Byrd
saasfee* Alex Oppermann
in collaboration with Al Dhanab und Maciej Medrala
2018 – 2025
Byrd ist eine künstlerische Installation, die den Moment des Übergangs in eine andere Wirklichkeitthematisiert – vergleichbar mit Alices Fall durch das Hasenloch in Alice’s Adventures in Wonderland. Wie bei Lewis Carroll markiert dieser Sturz keinen Ortswechsel, sondern einen radikalen Wandel der Wahrnehmung: vertraute Ordnungen von Raum, Zeit und Identität geraten ins Wanken und machen Platz für eine neue Logik der Weltbeschreibung. Was sich bei Alice wie eine zeitlose Reise in ein Wunderland anfühlt, vollzieht sich in unserer Gegenwart in rasanter Geschwindigkeit. Innerhalb weniger Jahre hat die digitale Transformation, insbesondere durch künstliche Intelligenz, neue Formen des Worlding hervorgebracht: Wirklichkeiten, die nicht mehr allein menschlich erzeugt, interpretiert oder kontrolliert sind. Byrd bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Die Arbeit versteht KI nicht als Werkzeug zur Optimierung, sondern als eigenständigen Akteur innerhalb eines offenen Wahrnehmungsraums. Aus visuellen und akustischen Reizen seiner Umgebung generiert Byrd fortlaufend Bilder, Klänge und Musik. Über technische Schnittstellen nimmt er Kontakt zu seiner Umwelt auf, verarbeitet Eindrücke und reagiert auf sie in einer mitunter unvorhersagbaren Weise, die als emotional oder empathisch gelesen werden kann. Wie Alice, die sich im Wunderland immer wieder fragt, wer sie eigentlich ist, konfrontiert Byrd die Betrachter:innen mit der Frage nach der eigenen Position: Wie verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn Intelligenz, Sinnproduktion und Weltbezug nicht mehr ausschließlich menschlich sind?
