arosa*
arosa2000*
1994 – 1998
Der Drang und die Notwendigkeit sich mit gleichgesinnten auszutauschen, insbesondere Künstler_innen, die sich mit elektronischen Medien beschäftigen, schienen nur mit einem Schritt in die Öffentlichkeit möglich. 1994 mietete die Künstlergruppe Arosa2000 daher einen kleinen leerstehenden Laden, mehr einen überdimensionierten Schaukasten in der Frankfurter Innenstadt an. Innerhalb der darauffolgenden zwei Jahre präsentierten sie auf den gerade mal 12qm Gesamtfläche nicht nur eigene künstlerische Arbeiten, sondern mehr als 40 Ausstellungen verschiedener Künstler_innen. Rauminstallationen, die sich über die Maße des kleinen Ladens hinaus, auch auf die Straße und Kellerräume erstreckten, festigten schnell den Bekanntheitsgrad von Arosa2000 als zentrale Plattform und Netzwerk für Künstler, Musiker, Designer_innen und Kulturinteressierten, jenseits der etablierten Kunstorte. Eine Art Aufbruchstimmung entstand, aus denen verschiedene weitere Off-Spaces und Kollektive in Frankfurt entsprangen. Dokumentiert und künstlerisch eingebettet wurden die Ausstellungen, die im Arosa stattfanden auf einer eigenständig vom Künstlerduo produzierten Kunst-CD-ROM - ein Novum damals in Bezug auf technische Möglichkeiten und ästhetische Umsetzung, zudem ein beeindruckendes Zeitdokument künstlerischen Selbstverständnis: ein zweiköpfiges Künstlerkollektiv bemächtigte sich einem Medium, das noch keinen Einzug in die breite Öffentlichkeit oder die Kunstszene gehalten hatte. Dies fand international große Anerkennung und Beachtung - und seinen Weg sogar bis nach Japan.

